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Im Interview: Olaf Küster

In den nächsten Wochen bis zum Saisonstart stellen wir euch unsere Trainer vor. In einer ersten kleinen Serie starten wir mit den Trainern der U19, U17, U15 und U13, im Saisonverlauf folgen schließlich die Trainer der U18, U16, U14 und U12.

Zum dritten Interview stellte sich Olaf Küster, Trainer der U15.

Warum bist du Trainer geworden?

OK: Dafür gibt es zwei Gründe: Zum einen liegt es mir wahrscheinlich im Blut. Mein Vater war früher Jugendtrainer und hat die Jugendabteilung des SuS Vlotho-Winterberg (heute SC Vlotho) mit aufgebaut. Ich war als Kind und Jugendlicher nur auf dem Sportplatz und habe in meiner Jugendzeit übrigens immer unter ihm trainiert. Das hat mich sicherlich geprägt. Vor allem, weil ich damals schon immer viel hinterfragt habe, warum wir jetzt genau diese Übung machen.

Zum anderen war das Meinolf Behrens, der jahrelang die Minis bei der JSG Hausberge-Holzhausen trainiert hat. Als mein ältester Sohn Linus so weit war, Fußball zu spielen, habe ich ihn zu den Minikickern gebracht. Da stand Meinolf alleine mit ca. 30 Kindern. Ich habe ihm dann angeboten, dass, wenn er mal Hilfe benötigt, ich ihm helfen würde. Das war leider das falsche Angebot. Er hat mich gleich „angekettet“ und nicht mehr weggelassen 😊.

Was macht dir am Trainerjob besonders Spaß?

OK: Ich habe eine Riesenfreude daran, Spieler sportlich weiterzuentwickeln. Das muss dann nicht nur fußballerisch sein. Gerade bei den athletischen Übungen erkläre ich gerne, wofür die einzelnen Übungen sind, wozu man den Muskel benötigt. Das liegt aber auch an meinem Beruf, weil ich als Lehrer ja auch viel erklären muss – zumindest anfänglich. Später sollen die Kinder ja selbst entwickeln.

Wie würdest du dich selbst als Trainer beschreiben?

OK: Ich glaube, ich bin der ruhigste Trainer am Platz. Mich regt wenig auf, weil im Training alles trainiert wurde, was trainiert werden kann. Ich sage selten einen Ton an der Seitenlinie.

Na gut, ernsthaft: Ich bin akribisch und will alles perfekt haben. Dass das nicht immer funktioniert, ist mir schon klar, aber man sollte es wenigstens versucht haben. Frei nach dem Motto von Norbert Elgert: „Gib alles – nur nie auf!“ Ein toller Trainer, leider aber Schalker :-).

Am Platz kann ich zum „Kloppo“ werden, ich bin ein total emotionaler Typ und selten ruhig. Aber ich bin immer positiv verrückt. Ich versuche immer, meine Mannschaft zu bestärken – und vor allem in Schutz zu nehmen, wenn es ungerecht wird. Das war und ist leider immer noch der Fall, wenn eigene Trainer oder Mannschaftsverantwortliche die Spiele pfeifen und gerne ihre Mannschaft gewinnen sehen wollen. Da rückt der Fairplay-Gedanke so manches Mal in den Hintergrund. Man sollte einfach akzeptieren, wenn der Gegner besser ist.

Ich mag Späße und im Training darf immer wieder gerne viel gelacht werden, aber nur in den Pausen! Ich hasse es, wenn Spieler sich gegenseitig durch Blödeleien ablenken und die Übungen und Spielformen darunter leiden. Das sage ich dann auch klipp und klar. Es kann und darf nicht sein, dass andere, die gewillt sind, zu lernen, durch wenige Quatschmacher gestört werden. Außerdem habe ich das Training vorbereitet. Nicht in einer Stunde, aber auch nicht in fünf Minuten. Da kann man schon erwarten, dass alle mitziehen.

Ich mag auch nicht, wenn sich Spieler gegenseitig anmeckern, weil irgendwas nicht so funktioniert, wie es soll. Die Energie kann besser in die nächste Angriffsaktion geleitet werden.

Und was ich als Trainer gar nicht durchgehen lasse: Beleidigungen gegen eigene und gegnerische Spieler, Trainer, Betreuer, Schiedsrichter und Zuschauer. Das ist ein absolutes No-Go und wird hart bestraft.

Wie war dein bisheriger Werdegang als Spieler und als Trainer?

OK: Ich habe mit sechs Jahren das Fußballspielen beim SuS Winterberg begonnen und habe in meiner ganzen Jugendzeit dort gespielt. Externe Angebote lagen immer mal vor, doch mein Vater ließ mich nicht wechseln, weil ich der einzige von vier Söhnen war, der das Abi machen konnte und auch geschafft hat. Kreisauswahl habe ich z.B. mit Holm Windmann gespielt.

Im Seniorenalter habe ich mich mehr auf die Leichtathletik konzentriert, durchaus erfolgreicher als Fußball, und bin auch mehrmals bei Ländervergleichswettkämpfen für Westfalen über 100 und 200 m gestartet.

Mein erster Trainerjob war 1996 als Co-Trainer beim damaligen Verbandsligisten FC Arminia Vlotho.

Von 2005 bis 2010 war ich Sprint- und Athletiktrainer im Nachwuchsbereich des DSC Arminia Bielefeld für die U14 bis zur U23. Daher kenne ich auch meinen neuen Co-Trainer Marcel Czinski.

In die Zeit fiel auch meine Fitnesstrainertätigkeit bei den Paderborn Baskets, damals 1. und 2. Basketballbundesliga. In der Saison 2008/2009 habe ich unter Björn Kenter, heute Stützpunkttrainer in Minden, den Bundesliga-Damen des Herforder SV Borussia Friedenstal schnelle Beine gemacht. Und in der Saison 2013/2014 hat mich der heutige Eintracht Braunschweig-Trainer Christian Flüthmann nach Rödinghausen geholt, um die Teams der U15 – U23 schneller und athletischer zu machen.

Als „reiner“ Jugendfussballtrainer bin ich 2010 gestartet, bei der JSG Hausberge-Holzhausen. Bis 2017, dann ist Linus hierhin als Jungjahrgang in die D1 gewechselt. Bei der D1 bin ich in der Saison 17/18 öfter mal als Co eingesprungen, weil Trainer oder Co-Trainer verhindert waren. Parallel habe ich die 2007er-Kreisauswahl trainiert. In der ersten Saisonhälfte 18/19 war ich dann Co-Trainer der D1, habe mich dann aber aus persönlichen Gründen zurückgezogen.

Was war dein bisher größter Erfolg/Misserfolg?

OK: Als Leichtathlet konnte ich viele kleine Erfolge feiern, zumindest auf Bezirks- und Landesebene. Bei den deutschen Hallenmeisterschaften stand ich mal im Halbfinale über 60 m, das war schon ein Erlebnis.

Im Fußball zähle ich mal den Regionalligaaufstieg der U23 des DSC Arminia Bielefeld in der Saison 2009/2010 dazu, da ich als Sprint- und Athletiktrainer einmal pro Woche einen Teil des Trainings übernommen habe 😊

Einen Achtungserfolg hatte ich mit der Kreisauswahl beim hochkarätig besetzten Weserspucker junior-Turnier 2018. Wir gewannen das Spiel um Platz 3 gegen den DSC Arminia Bielefeld mit 2:0 und haben in der Vorrunde u.a. VfL Wolfsburg und St. Pauli geschlagen.

Worauf legst du als Trainer besonderen Wert?

OK: Lern- und Leistungsbereitschaft, Disziplin, Höflichkeit, Respekt und Ehrlichkeit! Und auf Athletik und Schnelligkeit!

Ich erwarte während des Trainings und der Spiele die notwendige Konzentration und Lern- und Leistungsbereitschaft. Ich werfe ja nicht nur einen Ball in die Mitte und los geht das Training, sondern bereite die Einheiten vor.

Ich kann es nicht leiden, wenn Spieler die Augen verdrehen, wenn sie eine klare und gerechtfertigte Ansage bekommen oder auch nur einen Tipp, wie sie es vielleicht hätten besser machen können. Das ist zum Beispiel auch respektlos gegenüber meiner Person. Ich bin da auch ehrlich: Wenn jemand keine Lust hat zu lernen, soll er zu Hause bleiben.

Ich lege besonderen Wert auf Respekt. Respekt gegenüber allen Beteiligten, sei es der Gegner, der Schiedsrichter oder die Zuschauer. Ich hasse lügen. Wenn jemand z.B. nicht zum Training kommt, weil er keine Lust hat, dann soll er auch dazu stehen und nicht irgendeine Lügengeschichte auftischen.

Ich erwarte, dass am Platz alle zum Verein zugehörigen Personen per Handschlag begrüßt werden und dem Gegenüber dabei in die Augen geschaut wird. Viele Spieler vergessen z.B. gerne, dass alle Eltern im Hintergrund irgendwie beteiligt sind, sei es durch Trikots waschen oder Fahrten zum Training und Spiel. Bei Externen reicht mir ein lautes „Hallo“, es sei denn, sie stehen neben einem, der mit Handschlag begrüßt worden ist. Das gehört sich nicht, diesen dann nur so zu begrüßen.

Wenn jeder Spieler weiterhin so mitzieht wie bisher, wird sich die Athletik und Schnelligkeit bei jedem hervorragend entwickeln. Allerdings muss das auch jeder selbst wollen. Aber davon gehe ich aus. Über die beiden Komponenten werden wir eine hohe Laufbereitschaft an den Tag legen können. Das ist mir enorm wichtig, denn Fußball ist ein Laufspiel.

Mit welchem Saisonziel gehst du in die neue Serie?

OK: Mit dem Saisonziel, was mir vorgegeben wurde: Möglichst sofort wieder aufzusteigen in die Bezirksliga. Ob wir das schaffen? Wir werden sehen. Wir haben einen breiten und starken Kader, vorrangig 2005er, und wenige 2006er, die aber alle einen hervorragenden Fußball spielen können. Wenn ich an letzte Saison denke, was Erik Schneider, Melvin Müller und Linus in der D1-Bezirksliga alles verteidigt haben, was in der Offensive leichtfertig vertändelt wurde, gerate ich ins Schwärmen – und nicht nur ich.

Vorrangig möchte ich aber, dass sich die Mannschaft unter meiner Leitung und den beiden Co-Trainern Niklas Bobe und Marcel Czinski fußballerisch stets positiv entwickelt, wir an den Schwächen der Einzelspieler arbeiten und deren Stärken fördern – wenn sie denn wollen. Ohne den Willen des einzelnen Spielern geht es nun mal nicht.

Ich freue mich übrigens riesig auf die Zusammenarbeit mit den beiden. Marcel als Innenverteidiger und Niklas als Mittelfeldstratege der ersten Mannschaft, die in der Landesliga spielt, werden die Mannschaft mit Sicherheit voranbringen.

Welche Worte möchtest du deiner Mannschaft an dieser Stelle mit auf den Weg geben?

OK: Die meisten wissen schon, wie ich ticke. Spätestens nach dem Interview sollten es alle wissen 😊. Alles, was ich mache, dient dazu, meinen Spielern zu helfen, besser zu werden. Wir müssen eine verschworene Einheit sein, denn eines ist gewiss: Wir werden von Anfang an unter Druck stehen!

Wir werden die Gejagten sein, damit wir nicht aufsteigen. Alle gegnerischen Teams werden versuchen, uns Steine in den Weg zu legen. Der Vorstand gibt uns die größtmögliche Unterstützung, damit es mit dem Aufstieg klappt. Marcel, Niklas und ich werden alles dafür geben, damit es mit dem Aufstieg klappt. Und es sollte euer Ziel sein, sofort wieder aufsteigen zu wollen und dafür alles zu geben. Jeder aus dem Kader gehört zum Team, auch wenn er mal nicht spielen sollte.

Jeder Einzelne ist ein wichtiger Baustein der Mannschaft! Dem müssen sich alle Spieler klar werden. Und dann werden wir Spaß und auch Erfolg haben! Und ganz wichtig: Wir drei Trainer haben alle richtig Bock darauf, diese Mannschaft zu trainieren. Sonst hätte keiner von uns zugesagt, diese Aufgabe zu übernehmen!